Ich gebe es offen zu: Auch ich liebe es, meine Haut mit gut duftenden Cremes zu verwöhnen. Und wenn der Preis der Creme etwas höher ist, hat man dann nicht erst recht das Gefühl, seiner Haut etwas ganz besonders Gutes zu tun?
Ist das denn tatsächlich so?
Für alle Liebhaber gut duftender, teurer Kosmetikprodukte folgt jetzt ein schonungslos ehrlicher Artikel über den (Un)Sinn solcher Produkte.
Die Haut der meisten Menschen ist schlicht und einfach als normal zu bezeichnen. Und normale, gesunde Haut kommt mit erstaunlich wenig Hilfe von außen zurecht.
Was normale Haut üblicherweise alles NICHT zwingend benötigt:
- Cleanser
- Toner
- Serum
- Peeling
- zehn verschiedene Cremes für zehn verschiedene Gesichtszonen
Auch Augencremes oder aufwendig beworbene Anti-Aging-Produkte sind längst nicht immer notwendig. Doch dazu an anderer Stelle mehr.
Warum die Haut grundsätzlich schon einmal ziemlich toll ist, steht übrigens in meiner:
Unsere Haut kann ziemlich gut auf sich selbst aufpassen
Gesunde Haut verfügt über ein erstaunlich ausgeklügeltes System, um ihre Barriere, ihren Wassergehalt und ihre Geschmeidigkeit selbst zu regulieren.
Dabei spielen nicht nur die Talgdrüsen eine Rolle. In der obersten Hautschicht befinden sich natürliche Feuchthaltefaktoren – der sogenannte Natural Moisturizing Factor (NMF) – sowie verschiedene Lipide, insbesondere Ceramide, Cholesterin und freie Fettsäuren. Gemeinsam sorgen sie dafür, dass Wasser in der Haut bleibt und gleichzeitig möglichst wenig von außen eindringen kann.
Die Hautoberfläche ist außerdem leicht sauer. Der pH-Wert liegt nicht bei jedem Menschen und an jeder Körperstelle exakt gleich, bewegt sich aber typischerweise ungefähr im Bereich von 4,5 bis 5,5. Dieser saure Bereich ist für verschiedene Funktionen der Hautbarriere und für unser Hautmikrobiom wichtig (Brooks et al. 2025).
Zum Vergleich: Wir bewegen uns damit ungefähr in Regionen von Bier oder saurer Milch.
Nein, bitte trotzdem keines von beiden ins Gesicht schmieren.
Achtung, nicht erschrecken: Wir sind nicht allein
Auf unserer Haut leben Bakterien, Pilze, Viren und sogar winzige Milben.
Klingt zunächst wenig appetitlich, ist aber völlig normal.
Die Gesamtheit dieser Mikroorganismen bezeichnet man als Hautmikrobiom. Dabei hat jeder Mensch gewissermaßen seine eigene kleine mikrobielle Wohngemeinschaft. Außerdem unterscheiden sich die Bewohner je nach Körperregion erheblich: Trockene Hautbereiche beherbergen andere Gemeinschaften als feuchte oder talgdrüsenreiche Regionen.
Die meisten dieser Mikroorganismen leben friedlich mit uns zusammen und sind Bestandteil einer gesunden Hautbarriere. Veränderungen dieses Gleichgewichts (eine sogenannte Dysbiose) finden sich bei verschiedenen Hauterkrankungen, beispielsweise bei Neurodermitis, Akne oder Rosazea. (Whiting et al. 2024).
Und genau hier beginnt das Problem mit manchen Hautpflegeroutinen:
Wir besitzen ein ziemlich ausgeklügeltes System – und beschäftigen uns dann morgens und abends ausgiebig damit, dieses System zunächst zu entfetten, abzurubbeln und abzuwaschen, um anschließend in mehreren Schichten wieder Dinge aufzutragen, die das gerade Entfernte ersetzen sollen.
Beispiel Cleanser: Muss das Gesicht wirklich so sauber sein?
Die Werbung verspricht uns, ein Cleanser würde Schmutz entfernen, die Haut „porentief reinigen“ und die Haut optimal auf die nachfolgende Pflege vorbereiten.
Oberflächlichen Schmutz, überschüssigen Talg, Sonnenschutz und Make-up kann ein Reinigungsprodukt selbstverständlich entfernen.
Aber: Nicht jede Haut benötigt morgens und abends eine intensive Reinigung.
Wer morgens mit sauberem Gesicht aufwacht und weder stark fettige Haut noch besondere dermatologische Probleme hat, kommt möglicherweise bereits mit Wasser aus.
Abends sieht die Sache etwas anders aus, wenn Sonnenschutz, Make-up oder andere Produkte entfernt werden müssen. Dann kann ein milder Cleanser durchaus sinnvoll sein.
Bei wasserfesten Produkten ist eine ölhaltige Reinigung oft praktisch.
Und was ist mit Seife?
Klassische Seifen sind in der Regel alkalisch und damit gerade nicht besonders nah am natürlichen sauren Hautmilieu. Untersuchungen zeigen, dass herkömmliche Seifen Hautlipide stärker entfernen und den Haut-pH verändern können.
Wenn ein Reinigungsprodukt verwendet wird, würde ich deshalb eher zu einem milden Syndet beziehungsweise milden hautverträglichen Cleanser greifen als zu klassischer Seife (Mijaljica et al. 2022).
Das bedeutet aber wiederum nicht, dass jetzt jeder sofort einen Cleanser kaufen muss. Eine günstige Waschlotion mit einem auf die Haut abgestimmten leicht säuerlichen pH reicht völlig aus und kann darüber hinaus auch für die Hände und den restlichen Körper verwendet werden. Aber: Wer mit Wasser wunderbar zurechtkommt, darf auch einfach weiterhin Wasser benutzen.
Kann man Poren eigentlich „reinigen“?
Nur bedingt.
Was wir im Gesicht als Poren wahrnehmen, sind überwiegend Öffnungen der Haarfollikel beziehungsweise des Talgdrüsenapparates. Sie lassen sich nicht wie kleine Abflussrohre mit einem Spezialreiniger ausspülen.
Bei Erkrankungen wie Akne kann es tatsächlich zu einer vermehrten Verhornung und zur Bildung von Komedonen kommen. Dann können gezielte Wirkstoffe wie beispielsweise Retinoide oder Salicylsäure sinnvoll sein.
Das ist aber etwas anderes als die kosmetische Vorstellung einer „Tiefenreinigung der Poren“.
Und nein: Poren müssen auch nicht „geöffnet“ oder „geschlossen“ werden.
Beispiel Peeling
Ein klassisches mechanisches Peeling enthält kleine Schleifpartikel, die oberflächliche Hornschüppchen entfernen.
Nun besitzt unsere Haut allerdings bereits ein eigenes System dafür. Die äußersten Hornzellen werden kontinuierlich abgestoßen. Dieser Vorgang nennt sich Desquamation.
Eine gesunde Haut muss deshalb nicht mehrfach pro Woche abgeschmirgelt werden.
Gelegentliches sanftes Peeling kann sich angenehm anfühlen und die Haut glatter erscheinen lassen. Wer allerdings regelmäßig kräftig schrubbt, kann die Hautbarriere reizen. Ein etwas gröberes Handtuch erfüllt mechanisch im Prinzip denselben Zweck – vorausgesetzt, es ist sauber, wird nicht geteilt und die Haut wird damit nur sanft abgerieben.
Chemische Peelings mit beispielsweise Salicylsäure oder Fruchtsäuren sind wiederum ein anderes Thema. Sie können bei bestimmten Hautproblemen einen echten dermatologischen Nutzen haben – sind dann aber eben nicht bloß dekoratives Hautschrubben.
Zwischenfazit zur Reinigung
- Die gesunde Haut muss nicht ständig „porentief gereinigt“ werden.
- Wasser kann je nach Haut und Situation völlig ausreichend sein.
- Für Make-up, Sonnenschutz oder stärkere Verschmutzung sind ein milder Cleanser bzw. Waschlotion sinnvoll.
- Wenn Reinigungsprodukt, dann lieber mildes Syndet als aggressive alkalische Seife.
- Mechanisches Schrubben ist kein Qualitätsmerkmal guter Hautpflege.
- Mehr Reinigung bedeutet nicht automatisch mehr Hautgesundheit.
Beispiel Toner: Warum eigentlich?
Toner. Tonic. Gesichtswasser.
Dieser soll nach der Reinigung auf die Haut aufgetragen werden.
Warum?
Tja. Das frage ich mich bei vielen Produkten noch immer.
Die klassische Idee lautete ungefähr: Zuerst reinige ich möglichst gründlich Fett und Bestandteile des Hautschutzfilms von meiner Haut – und anschließend trage ich ein weiteres Produkt auf, damit sich die Haut wieder beruhigt und „ausgleicht“.
Man könnte natürlich auch den ersten Schritt etwas weniger enthusiastisch betreiben.
Das heißt nicht, dass jeder Toner Unsinn ist. Ein Toner kann beispielsweise Feuchthaltefaktoren oder bestimmte Wirkstoffe enthalten.
Aber die Produktbezeichnung „Toner“ allein beschreibt keinen medizinischen Nutzen.
Eine gesunde Haut braucht jedenfalls keinen Toner, nur weil ein Hautpflegeplan behauptet, zwischen Reinigung und Serum müsse zwingend noch Schritt Nummer zwei stattfinden.
Und was ist mit Serum?
Beim Serum müssen wir etwas differenzierter sein.
Ein Serum ist zunächst einmal nur eine Formulierung. Es ist meist dünnflüssiger als eine Creme und kann verschiedene Wirkstoffe enthalten.
Der Begriff „Serum“ sagt noch überhaupt nichts darüber aus, ob das Produkt sinnvoll, überflüssig oder sein Geld wert ist.
Ein Serum mit einem gut untersuchten Wirkstoff kann durchaus einen Effekt haben. Ein Serum mit einer spektakulären Verpackung und einer langen Liste wohlklingender Zutaten kann dagegen vor allem eines bewirken:
Dass das Badezimmerregal voller wird.
Hinzu kommt, dass einige der angepriesenen Wirkstoffe, nicht einmal die oberste Hornschicht durchdringen und somit aus dermatologischer Sicht sinnlos sind.
Die entscheidende Frage lautet also nicht: „Ist es ein Serum?“
Sondern: „Was ist drin – und gibt es für diesen Wirkstoff überhaupt einen sinnvollen Grund, ihn auf meine Haut aufzutragen?“
Serum-Fazit
Ein Serum ist weder per se gut noch per se überflüssig.
Wer eines gerne benutzt und es gut verträgt: bitteschön.
Aber eine gesunde Haut entwickelt keinen Mangelzustand, nur weil zwischen Reinigung und Creme keine Pipette zum Einsatz kommt.
Unsere Hornschicht: ziemlich clever, aber keine Betonwand
Das Stratum corneum, also die äußerste Hornschicht, ist tatsächlich eine beeindruckend effektive Barriere.
Die vereinfachte Vorstellung lautet „Ziegelstein und Mörtel“: Die abgeflachten Hornzellen, die Corneozyten, bilden gewissermaßen die Ziegelsteine; die Lipide dazwischen den Mörtel.
Diese Barriere soll genau das tun, was eine gute Barriere tun soll: Wasser im Körper halten und unerwünschte Stoffe möglichst draußen lassen.
Aber sie ist nicht vollständig undurchlässig.
Ob und wie weit eine Substanz eindringt, hängt unter anderem von Molekülgröße, chemischen Eigenschaften, Konzentration und Formulierung ab. Manche Wirkstoffe können die Hornschicht durchaus penetrieren, andere bleiben überwiegend darin hängen (Neubert 2024).
Hauttypen: normale Haut, Mischhaut und sonstige Erfindungen
Unter „Hauttypen“ verstehen Dermatologen eigentlich unter anderem die sechs Hauttypen nach Fitzpatrick, die etwas über die Reaktion der Haut auf UV-Strahlung aussagen.
Die Kosmetikindustrie verwendet den Begriff etwas anders:
- normale Haut
- Mischhaut
- trockene Haut
- fettige Haut
- reife Haut
- junge Haut
- unreine Haut
- tolle Haut
- blöde Haut
- meine Haut …
Das Problem dabei: Unsere Haut hält sich nicht besonders zuverlässig an die Beschriftung einer Cremedose.
Ähnlich wie in der Natur besitzt unser Körper ganz unterschiedliche Landschaften.
An den Schienbeinen und Fußrücken finden wir beispielsweise eher die trockenen Wüsten.
An Nase, Stirn, Augenbrauen, Brustbein und oberem Rücken liegen dagegen die fetten Wiesen. Dort befinden sich besonders viele Talgdrüsen.
Streicht man mit dem Finger am Nasenwinkel entlang und entdeckt anschließend einen leichten Fettfilm auf dem Finger, ist das nicht automatisch ein dermatologischer Notfall.
Das ist Talg.
Der gehört da hin.
Brauche ich für jede Gesichtspartie eine andere Creme?
Nein.
Bei normaler oder leicht trockener Gesichtshaut reicht meistens eine gut verträgliche Feuchtigkeitspflege.
Wer zu Akne oder verstopften Poren neigt, sollte eher leichte Produkte wählen. Die Bezeichnung „nicht komedogen“ kann dabei eine Orientierung sein, ist allerdings kein mathematisches Gütesiegel dafür, dass bei jedem Menschen garantiert niemals ein Pickel entsteht. Sehr reichhaltige und stark okklusive Produkte sind ebenfalls nicht automatisch besser, nur weil sich die Haut danach besonders „versorgt“ anfühlt.
Gerade bei zu Akne oder bestimmten entzündlichen Dermatosen neigender Gesichtshaut kann weniger mehr sein.
Und trockene Haut am Körper?
Das ist etwas anderes.
Trockene Haut profitiert tatsächlich von Pflege.
Feuchthaltefaktoren wie Glycerin oder Harnstoff (Urea) binden Wasser in der Hornschicht, während fetthaltigere Bestandteile den Wasserverlust nach außen reduzieren können (Fluhr et al. 2025).
Harnstoff ist dabei keineswegs irgendein exotischer Kosmetikzusatz. Urea ist natürlicherweise Bestandteil unseres Natural Moisturizing Factor und in der Dermatologie seit Langem zur Behandlung trockener und schuppender Haut etabliert (Piquero-Casals et al. 2021).
Für trockene Körperhaut sind beispielsweise Lotionen mit niedrig dosiertem Urea häufig sinnvoll.
Auf zarter Kinderhaut bzw. stark entzündeter oder aufgekratzter Haut kann Harnstoff allerdings brennen.
Und der restliche Körper?
Wenn nichts trocken ist, nichts spannt und nichts juckt, darf man Haut durchaus auch einmal mit der Zumutung konfrontieren, gar nicht eingecremt zu werden.
Braucht man eine Augencreme?
Auch die Augencreme besitzt keinen geheimen Passierschein in Hautschichten, den eine normale Creme nicht besitzt.
Die Haut der Augenlider ist zwar besonders dünn und empfindlich. Deshalb sollte man hier reizende Wirkstoffe und Duftstoffe eher vorsichtig einsetzen.
Die Lidregion verfügt zudem selbst über lipidreiche Sekrete aus den Meibom- und Zeis-Drüsen, die Lidrand, Wimpern und die unmittelbar angrenzenden Bereiche mitbenetzen. Auch deshalb braucht nicht jede gesunde Haut um die Augen automatisch eine spezielle Augencreme.
Wer eine gut verträgliche, einfache Gesichtscreme besitzt, braucht also nicht automatisch noch einen zweiten Mini-Tiegel, nur weil darauf ein Auge abgebildet ist.
Wenn die Haut um die Augen trocken ist, kann eine geeignete milde Feuchtigkeitspflege verwendet werden – aber: bitte nicht direkt ins Auge und etwa 1cm Abstand zum Lidrand beziehungsweise zur Wimpernkante lassen.
Und meine geliebten gut duftenden Cremes?
Jetzt wird es unangenehm.
Duftstoffe machen eine Creme nicht wirksamer.
Sie machen sie – Überraschung – gut duftend.
Und ich verstehe vollkommen, warum man das mag. Hautpflege hat schließlich nicht nur eine medizinische, sondern auch eine sinnliche Komponente.
Duftstoffe gehören allerdings gleichzeitig zu den häufigen Auslösern allergischer Kontaktreaktionen. Besonders bei empfindlicher Haut, Ekzemen oder bereits bestehender Duftstoffallergie sind parfümfreie Produkte deshalb meist die vernünftigere Wahl. Das bedeutet nicht, dass jeder Mensch jede duftende Creme sofort entsorgen muss – sondern schlicht, dass der Duft keinen medizinischen Zusatznutzen bringt (Sukakul et al. 2024).
Mit anderen Worten:
Wenn ich eine herrlich duftende Creme benutze, weil sie mir Freude macht, ist das völlig legitim.
Ich sollte nur nicht glauben, der höhere Preis und der französisch klingende Pflanzenextrakt würden meine Fibroblasten vor Ehrfurcht erstarren lassen.
Wie viel Hautpflege braucht man denn nun wirklich?
Für eine gesunde Gesichtshaut kann eine erstaunlich einfache Routine völlig ausreichend sein:
Morgens:
Je nach Haut Wasser oder milde Reinigung, anschließend Sonnenschutz bei entsprechender UV-Exposition.
Abends:
Sonnenschutz, Make-up und Schmutz bei Bedarf mit einem milden Reinigungsprodukt entfernen. Bei trockenem Hautgefühl eine einfache Feuchtigkeitspflege.
Fertig.
Wer bestimmte Hautprobleme behandeln möchte – Akne, Rosazea, Pigmentflecken, Lichtalterung oder ein atopisches Ekzem – braucht möglicherweise zusätzliche Wirkstoffe.
Dann sollte man aber möglichst wissen, warum man einen Wirkstoff verwendet.
Nicht einfach nur, weil auf TikTok jemand ein hübsches Fläschchen in die Kamera gehalten hat.
Auch Dermatologen weisen darauf hin, dass sehr komplexe Routinen und zu viele gleichzeitig verwendete Produkte die Haut reizen können.
Fazit
- Weniger ist bei gesunder Haut tatsächlich häufig mehr.
- Gesunde Haut kann sziemlich gut selbst fetten und geschmeidig halten – dafür sind unter anderem ihre Talgdrüsen zuständig.
- Cleanser können sinnvoll sein, insbesondere zum Entfernen von Make-up und Sonnenschutz. Eine aggressive Reinigung ist jedoch unnötig.
- Für die Hautreinigung reichen milde Waschlotionen aus – hierbei bitte auf einen auf die Haut ausgerichteten pH achten.
- Einen Toner kann man sich in den meisten Fällen sparen.
- „Serum“ ist lediglich eine Produktform. Entscheidend ist der enthaltene Wirkstoff – nicht die Pipette.
- Peelings sind für gesunde Haut kein Pflichtprogramm.
- Eine einfache Feuchtigkeitspflege reicht für das Gesicht häufig aus.
- Trockene Körperhaut profitiert von geeigneten Pflegeprodukten, beispielsweise mit Urea.
- Eine spezielle Augencreme ist üblicherweise nicht notwendig.
- Duftende und luxuriöse Cremes darf man selbstverständlich mögen. Man sollte Genuss nur nicht mit medizinischer Notwendigkeit verwechseln.
- Und bevor man noch eine weitere Flasche ins Badezimmer stellt, lohnt sich gelegentlich die Frage: Welches Problem versuche ich damit eigentlich zu lösen?
Medizinisch aktualisiert: September 2026
Autorin: Prof. Dr. med. Maria Gaiser, Fachärztin für Dermatologie
Quellen
- Brooks SG, Mahmoud RH, Lin RR et al. The Skin Acid Mantle: An Update on Skin pH. J Invest Dermatol. 2025;145:509–521. PubMed
- Whiting C, Abdel Azim S, Friedman A. The Skin Microbiome and its Significance for Dermatologists. Am J Clin Dermatol. 2024;25:169–177. PubMed
- Mijaljica D, Spada F, Harrison IP. Skin Cleansing without or with Compromise: Soaps and Syndets. Molecules. 2022;27:2010. PubMed
- Neubert RHH. Mechanisms of penetration and diffusion of drugs and cosmetic actives across the human Stratum corneum. Eur J Pharm Biopharm. 2024;202:114394. PubMed
- Fluhr JW, Muguet V, Christen-Zaech S. Restoring Skin Hydration and Barrier Function: Mechanistic Insights Into Basic Emollients for Xerosis Cutis. Int J Dermatol. 2025;64 Suppl 1:5–12. PubMed
- Piquero-Casals J, Morgado-Carrasco D, Granger C et al. Urea in Dermatology: A Review of its Emollient, Moisturizing, Keratolytic, Skin Barrier Enhancing and Antimicrobial Properties. Dermatol Ther. 2021;11:1905–1915. PubMed
- Sukakul T, Bruze M, Svedman C. Fragrance Contact Allergy – A Review Focusing on Patch Testing. Acta Derm Venereol. 2024;104:adv40332.
