Peeling

Unter einem Peeling oder einer Schälkur versteht man das „Abschälen“ der obersten Hautschichten der Haut. Teilweise wird auch der Begriff der Mikrodermabrasion verwendet, d.h. eine „Mini-Abtragung“ der obersten Hautschicht.

Je nach verwendetem Wirkstoff betrifft dies nur die oberste Hornschicht (Stratum corneum) oder aber auch die tieferen Hautschichten (Epidermis, obere Anteile der Dermis). Ein noch tiefer reichendes Peeling bis in die untere Dermis wäre mit einer narbigen Abheilung verbunden.

Bevor wir zu den Anwendungsbereichen eines Peelings kommen, hier eine kurze Zusammenfassung der gebräuchlichsten Peeling-Arten.

Mechanisches Peeling

Beim mechanischen Peeling werden kleinste Schleif- oder Rubbelpartikel verwendet, um die oberste Hornschicht „abzuschleifen“. Zum Einsatz kommen beispielsweise Zucker- oder Salzkristalle, Kaffesatz oder Tonerde, aber auch Mikrofasertücher oder Bürsten.

Chemisches Peeling

Beim chemischen Peeling wird die Hautschicht nicht mechanisch „abgerubbelt“ sondern chemisch „zersetzt“. Anwendung finden beispielsweise spezielle Enzyme, Fruchtsäuren, Salicylsäure, Trichloressigsäure oder Phenolverbindungen.

Physikalisches Peeling

Ein physikalisches Peeling umfasst physikalische Verfahren, die zu einer Abtragung der obersten Hautschichten führen. Hierzu zählen beispielsweise die Dermabrasion mit Diamantschleifköpfen oder die Abtragung mittels Laser.

Warum Peeling?

Das Ziel eines Peelings ist über die Zerstörung bestimmter Partien der Haut eine Regeneration (Erneuerung) von Epidermis (teils auch Dermis) zu erreichen, um letztendlich ein besseres Hautbild zu erlangen.

Zunächst einmal müssen wir jedoch unterscheiden zwischen den frei verkäuflichen Produkten, die für jedermann verfügbar sind und den so genannten medizinischen Peelings. Die medizinischen Peelings umfassen chemische, und physikalische Verfahren, die weitaus tiefere Hautschichten erreichen, als dies mit einem frei verkäuflichen Produkt möglich ist. Falsche Anwendung dieser Verfahren kann zu schweren Verletzungen der Haut mit der Folge einer Infektion und/oder narbigen Abheilung führen. Medizinische Peelings sollten daher NUR von gut geschultem Personal durchgeführt werden. Bitte niemals im Eigenversuch Rezepte aus dem Internet ausprobieren – Bitte!!!

Wann macht welches Peeling Sinn?

Frei verkäufliche Peelings wirken überlicherweise über mechanische Verfahren und enthalten meist kleinste Schleif/Rubbel-Partikel. Diese Peelings sind in der Lage, die oberflächlichste Hornschicht (Stratum corneum) ein wenig zu glätten.

Die Werbung verspricht uns, ein Peeling würde unsere Haut wieder zarter machen und die Poren reinigen. Dies ist zumindest bei den frei verkäuflichen Peelings teilweise Unsinn.

Kleinere Verhornungen, wie z.B. an den Knien oder Ellbogen kann man tatsächlich ganz gut mit einem frei verkäurlichen Peeling behandeln. Hierfür erfüllt jedoch auch normales Kochsalz (NaCl) aus dem Supermarkt seinen Zweck. Dieses unter der Dusche mit Wasser vermischen, in die Haut einmassieren, kurz einwirken lassen und abwaschen und die Haut fühlt sich fühlbar zarter an. Wer es luxuriöser mag, kann auch „Meersalz“ nehmen, der Effekt ist derselbe. Ähnliche Effekte hat Kaffeesatz. Zu häufig sollte man dies jedoch nicht machen, da durch das mechanische Abrubbeln der natürliche Schutzmantel der Haut wieder und wieder zerstört wird. Hierzu mehr in meinem Beitrag „Weniger ist oft mehr – die beste Hautpflege“.

Die Poren bekommt man im Übrigen mit einem frei verkäuflichen Peeling gar nicht sauber. Dies ist aber in der Regel auch gar nicht notwendig, denn die „Poren“ sind die Ausführungsgänge der Talg-, Duft-, und Schweissdrüsen. Diese reinigen sich in einer gesunden Haut von ganz alleine. Es gibt allerdings ein paar Erkrankungen (z.B. Akne), bei denen es tatsächlich zu verstopften Poren kommen kann. Dann macht eine medizinische Behandlung mit Wirkstoffen Sinn, die diesen Verstopfung entgegenwirken. Ein medizinisches Peeling kann zur Behandlung Akne-bedingter Mitesser und Narben ergänzend eingesetzt werden.

Ein frischeres Hautbild durch Peeling?

Dies ist mit einem medizinischen Peeling durchaus möglich. So können beispielsweise kleinere, oberflächlich gelegene Pigmentstörungen, Verhornungen oder oberflächliche Narben entweder gänzlich abgetragen werden oder aber zumindest dem umgebenden Hautniveau angeglichen werden. Insbesondere Mitesser (Komedonen) bei Akne oder Aknenarben sind mit einem medizinischen Peeling gut behandelbar.

Faltenentfernung durch Peeling?

Teilweise möglich. Kleinste, oberflächliche Fältchen lassen sich tatsächlich etwas abmildern. Der Effekt ist jedoch nicht von sehr langer Dauer. Die eigentliche Faltenbildung findet im Kollagen-Gerüst der Dermis statt, so tief sollte ein Peeling jedoch besser nicht wirken, da die Abheilung dann mit einer Narbenbildung verbunden wäre. Zur Entfernung von tieferen Falten eignen sich eigentlich nur das Auffüllen der Falten mit synthetischem Kollagen („Filler“) oder aber das Lahmlegen der Muskeln mit Botulinumtoxin („Botox“). Denn wenn die Muskulatur nicht mehr betätigt wird, verschwinden auch die Falten.

WICHTIG!

Beim Peeling sollten ein paar wichtige Punkte beachtet werden. Wichtig ist, nach dem Peeling die frische Haut mit einem hohen Lichtschutzfaktor zu schützen. Ansonsten sind die Pigmentflecken nämlich ganz schnell wieder da.

Ein Peeling sollte nicht durchgeführt werden: Bei dunklen Hauttypen oder Neigung zu Keloiden; bei Operationen oder Bestrahlungen, die innerhalb der letzten 6 Monate im Bereich der zu behandelnden Haut erfolgten; bei Einnahme von Medikamenten, die das Immunsystem unterdrücken bzw. Vorhandensein schwerer Erkrankungen; bei Vorliegen einer Schwangerschaft oder während der Stillzeit

Fazit Peeling:

  • zerstört bei zu häufiger Anwendung Säureschutzmantel und Mikrobiom der Haut
  • kann leichte Verhornungen an Knien und Ellbogen entfernen
  • mit medizinischen Peelings können Pigmentflecken, oberflächliche Falten, Mitesser und flachere Aknenarben gut behandelt werden
  • medizinische Peelings sollten nur durch geschultes Personal durchgeführt werden, da ein falscher Umgang zu schweren Verletzungen mit narbiger Abheilung und/oder Infektionen führen kann

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