Peeling: Was bringt es wirklich – und wann wird es gefährlich?

Unter einem Peeling oder einer Schälkur versteht man vereinfacht gesagt das „Abschälen“ beziehungsweise Ablösen oberflächlicher Hautschichten.

Das kann ganz harmlos sein: Ein paar oberflächliche Hornschüppchen werden mechanisch entfernt und die Haut fühlt sich anschließend glatter an.

Man kann das Ganze allerdings auch erheblich intensiver betreiben. Je nach Verfahren und verwendetem Wirkstoff reicht ein Peeling nur bis in die oberste Hornschicht oder deutlich tiefer in Epidermis und Dermis hinein.

Und spätestens an diesem Punkt hört das Ganze auf, harmlose Badezimmerkosmetik zu sein.

Bevor wir zu der Frage kommen, wann ein Peeling überhaupt sinnvoll ist, zunächst ein kleiner Überblick.

Welche Peeling-Arten gibt es?

Mechanisches Peeling

Beim mechanischen Peeling werden kleine Schleif- oder Rubbelpartikel verwendet, um oberflächliche Hornzellen abzutragen.

Zum Einsatz kommen beispielsweise Zucker- oder Salzkristalle, Tonerde, Mikrofaserprodukte, Bürsten oder entsprechende kosmetische Präparate.

Auch die Mikrodermabrasion gehört im Grunde in diese Gruppe. Hierbei wird die Hautoberfläche kontrolliert mechanisch abgetragen, beispielsweise mithilfe von Diamantaufsätzen oder Kristallen.

Das klingt technisch spektakulärer als ein Rubbelpeeling aus der Drogerie – das Grundprinzip ist aber ähnlich: mechanische Abtragung.

Chemisches Peeling

Beim chemischen Peeling wird nicht gerubbelt, sondern eine chemische Substanz auf die Haut aufgetragen, die kontrolliert Bestandteile der Haut ablöst beziehungsweise schädigt.

Verwendet werden beispielsweise:

  • Fruchtsäuren wie Glykol- oder Milchsäure
  • Salicylsäure
  • Mandelsäure
  • Trichloressigsäure (TCA)
  • bei tiefen Peelings auch Phenolverbindungen

Je nach Substanz, Konzentration, Einwirkzeit und Anzahl der aufgetragenen Schichten kann ein chemisches Peeling sehr oberflächlich oder deutlich tiefer wirken.

Man unterscheidet entsprechend oberflächliche, mitteltiefe und tiefe Peelings. Mit zunehmender Tiefe kann zwar auch der Effekt stärker werden – gleichzeitig steigen aber Ausfallzeit und Risiko für Pigmentverschiebungen, Infektionen und Narben (Kontochristopoulos & Platsidaki 2024; Haddad et al. 2026).

Apparative Verfahren

Dann gibt es Verfahren, bei denen Hautschichten beispielsweise durch Dermabrasion oder Laser kontrolliert abgetragen beziehungsweise erneuert werden.

Im weitesten Sinne verfolgen sie ein ähnliches Ziel wie ein Peeling: Die Haut wird gezielt verletzt, damit anschließend Reparatur- und Regenerationsprozesse einsetzen.

Ich würde Laserbehandlungen allerdings nicht einfach mit einem klassischen Peeling in einen Topf werfen. Das sind eigenständige medizinische Verfahren mit völlig unterschiedlichen Wirkmechanismen und Risiken.

Warum macht man überhaupt ein Peeling?

Die Grundidee ist eigentlich ziemlich simpel:

Ich entferne bzw. beschädige bestimmte Hautstrukturen ganz bewusst, damit die Haut sie anschließend neu aufbaut.

Klingt zunächst etwas brutal – und ist biologisch betrachtet auch genau das.

Je nach Tiefe werden nur die toten Hornzellen entfernt, Teile der Epidermis erneuert oder bei tieferen Verfahren auch Reparaturprozesse in der Dermis angestoßen. Mitteltiefe und tiefe Peelings können beispielsweise Veränderungen des dermalen Kollagens hervorrufen (Haddad et al. 2026).

Genau deshalb kann ein medizinisches Peeling bei bestimmten Hautproblemen tatsächlich einen sichtbaren Effekt haben.

Aber:

Mehr Zerstörung bedeutet nicht automatisch bessere Haut.

Irgendwann wird aus kontrollierter Schädigung schlicht eine Verletzung.

Badezimmer-Peeling oder medizinisches Peeling?

Hier muss man deutlich unterscheiden.

Es gibt frei verkäufliche kosmetische Peelings für zu Hause. Diese können mechanisch wirken, enthalten inzwischen aber genauso häufig niedrig konzentrierte chemische Peeling-Substanzen wie AHA oder BHA.

Und dann gibt es medizinische Peelings, bei denen deutlich stärkere Konzentrationen beziehungsweise tiefer wirksame Verfahren eingesetzt werden.

Je tiefer ein Peeling wirkt, desto wichtiger sind Erfahrung, Auswahl des geeigneten Patienten, Vorbereitung der Haut und Nachbehandlung.

Eine falsche Anwendung kann zu erheblichen Nebenwirkungen führen:

  • starken Entzündungen
  • Verbrennungen
  • Infektionen
  • länger anhaltenden Pigmentverschiebungen
  • und im schlimmsten Fall Narben

Deshalb an dieser Stelle mein ausdrücklicher Rat:

Bitte keine hoch konzentrierten Säuren oder irgendwelche dubiosen Peeling-Rezepte aus dem Internet im Eigenversuch ausprobieren. Bitte!!!

Mit „Säure“ ist nicht automatisch „ein bisschen Fruchtsäurekosmetik“ gemeint.

Wann macht ein mechanisches Peeling Sinn?

Ein mechanisches Peeling kann oberflächliche Hornschüppchen entfernen. Danach fühlt sich die Haut kurzfristig glatter und weicher an.

Das funktioniert beispielsweise bei etwas stärker verhornten Knien oder Ellenbogen durchaus.

Man braucht dafür übrigens keine Substanz, die von Hand auf einem Südsee-Atoll geerntet wurde.

Ein wenig Speisesalz erfüllt mechanisch prinzipiell denselben Zweck wie viele kostspieligere Rubbelprodukte. Wer es luxuriöser mag, nimmt Meersalz – unsere Hornzellen erkennen den Preisunterschied allerdings nicht.

Trotzdem gilt:

Nicht schrubben, bis es rot wird.

Zu häufiges oder aggressives mechanisches Peeling reizt die Haut und kann die Hautbarriere schädigen.

Und im Gesicht braucht eine gesunde Haut überhaupt kein regelmäßiges Schleifprogramm.

Mehr dazu in meinem Beitrag:

Die beste Hautpflege

Reinigt ein Peeling die Poren?

Das liest man erstaunlich häufig.

So richtig stimmt es aber nicht.

Die sichtbaren „Poren“ im Gesicht entsprechen überwiegend den Öffnungen der Haarfollikel mit den dazugehörigen Talgdrüsen. Sie sind keine kleinen Abflussrohre, die regelmäßig mit einem Peeling freigeschrubbt werden müssen.

Eine gesunde Haut kommt damit ziemlich gut alleine zurecht.

Anders sieht es beispielsweise bei Akne aus. Dort können verstärkte Verhornung und Talg zu Mikrokomedonen und Mitessern führen.

Hier können keratolytische Wirkstoffe tatsächlich sinnvoll sein.

Besonders Salicylsäure ist für die Aknetherapie interessant, weil sie lipophil ist und in den follikulären Bereich gelangen kann. Auch Glykol-, Mandel- und andere Säuren werden eingesetzt.

Oberflächliche chemische Peelings können bei aktiver Akne insbesondere Komedonen verbessern und als ergänzende Behandlung eingesetzt werden (Kontochristopoulos & Platsidaki 2017).

Das ist aber etwas anderes als „Poren reinigen“.

Kann ein Peeling Aknenarben verbessern?

Ja – aber hier kommt es sehr darauf an, was wir unter „Aknenarbe“ verstehen.

Oberflächliche Pigmentverschiebungen nach Akne können auf chemische Peelings durchaus ansprechen.

Auch sehr oberflächliche Narbenstrukturen können verbessert werden.

Bei ausgeprägten atrophen Aknenarben reicht ein einfaches oberflächliches Peeling dagegen häufig nicht aus. Je nach Narbentyp kommen dann beispielsweise fraktionierte Laser, Microneedling, Subcision, TCA-basierte Verfahren oder Kombinationstherapien infrage.

Die Behandlung richtet sich also nach der Art der Narbe – nicht nach dem Wunsch: „Einmal Peeling gegen alles“.

Chemische Peelings besitzen bei Akne und Aknenarben durchaus einen Stellenwert, häufig jedoch als Teil eines größeren Behandlungskonzepts (Kontochristopoulos & Platsidaki 2017).

Macht ein Peeling einen frischeren Teint?

Ja, durchaus.

Wenn oberflächliche Hornzellen entfernt werden, reflektiert die Haut das Licht anders und erscheint glatter und gleichmäßiger.

Medizinische Peelings können darüber hinaus beispielsweise bei:

  • bestimmten Pigmentstörungen
  • lichtbedingten Hautveränderungen
  • Akne
  • postinflammatorischen Pigmentierungen
  • oberflächlichen Unregelmäßigkeiten
  • feinen Fältchen

eingesetzt werden.

Wie stark der Effekt ist, hängt allerdings entscheidend von Peeling-Tiefe, Wirkstoff und Ausgangsbefund ab.

Kann man Pigmentflecken wegpeelen?

Teilweise.

Oberflächlich gelegene Pigmentierungen können durch chemische Peelings aufgehellt werden. Beispielsweise werden Peelings auch bei Melasma oder postinflammatorischen Hyperpigmentierungen eingesetzt.

Allerdings ist Pigment ein etwas undankbarer Gegner.

Denn jede Entzündung der Haut kann ihrerseits wieder zu einer postinflammatorischen Hyperpigmentierung führen.

Das gilt besonders bei stärker pigmentierter Haut.

Das bedeutet ausdrücklich nicht, dass Menschen mit dunkleren Hauttypen grundsätzlich kein Peeling erhalten dürfen. Oberflächliche Peelings können auch bei Fitzpatrick-Hauttypen IV–VI eingesetzt werden. Die Auswahl von Wirkstoff und Peeling-Tiefe muss aber entsprechend vorsichtiger erfolgen, weil das Risiko für Pigmentverschiebungen höher ist (Shah et al. 2026).

Hier gilt ganz besonders:

Viel hilft nicht automatisch viel.

Faltenentfernung durch Peeling?

Jetzt wird es etwas komplizierter.

Sehr feine, oberflächliche Fältchen und lichtgeschädigte Haut können durch medizinische Peelings durchaus verbessert werden.

Bei mitteltiefen und tiefen Peelings werden nicht einfach nur ein paar Hornzellen entfernt. Es kommt zu Reparaturprozessen bis in die Dermis und zu Veränderungen von Kollagen und Hautstruktur. Deshalb können entsprechende Verfahren auch bei Photoaging und feinen bis mäßigen Falten wirksam sein (Haddad et al. 2026).

Aber eine ausgeprägte Falte lässt sich natürlich nicht einfach aus dem Gesicht „wegschälen“.

Bei tieferen Falten kommen je nach Ursache ganz andere Verfahren infrage:

  • Hyaluronsäure-Filler bei Volumenverlust beziehungsweise geeigneten statischen Falten
  • Botulinumtoxin bei mimisch bedingten Falten
  • Laser- und andere Resurfacing-Verfahren
  • gegebenenfalls Kombinationen verschiedener Methoden

Botox füllt also keine Falte auf und ein Filler legt keinen Muskel lahm.

Wäre ja auch zu einfach.

Wie tief ist tief?

Bei chemischen Peelings unterscheidet man grob:

Oberflächliche Peelings:
Sie wirken überwiegend in der Epidermis. Die Ausfallzeit ist meist gering.

Mitteltiefe Peelings:
Die Wirkung reicht bis in Anteile der oberen Dermis. Hautrötung, Krustenbildung und eine deutlich längere Heilungsphase sind möglich.

Tiefe Peelings:
Sie reichen noch weiter in die Dermis und können einen ausgeprägten Effekt auf Hautstruktur und Falten haben. Gleichzeitig sind Risiko und Nachsorgeaufwand erheblich höher.

Tiefe Peelings sind deshalb definitiv keine Behandlung für das heimische Badezimmer.

Die Behandlungstiefe entscheidet maßgeblich über Effekt und Komplikationsrisiko.

Sonnenschutz nach dem Peeling: Bitte ernst nehmen

Nach einem Peeling ist die Haut besonders empfindlich gegenüber UV-Strahlung.

Das gilt umso mehr, je intensiver das Peeling war.

Konsequenter Sonnenschutz ist deshalb ein entscheidender Bestandteil der Nachbehandlung. Andernfalls kann man sich im schlechtesten Fall genau das produzieren, was man eigentlich loswerden wollte:

Pigmentflecken.

Insbesondere nach medizinischen Peelings müssen die individuellen Nachsorgeempfehlungen konsequent eingehalten werden.

Wer sollte mit einem Peeling vorsichtig sein?

Die Antwort hängt stark davon ab, welches Peeling gemeint ist.

Ein sanftes kosmetisches Peeling ist etwas völlig anderes als ein mitteltiefes TCA-Peeling.

Medizinische Peelings müssen beispielsweise besonders sorgfältig abgewogen werden bei:

  • aktiven bakteriellen, viralen oder Pilzinfektionen im Behandlungsgebiet
  • akut entzündeter oder verletzter Haut
  • ausgeprägter Neigung zu Keloiden
  • bestimmten Medikamenten
  • Störungen der Wundheilung
  • Immunsuppression
  • stärker pigmentierter Haut bei mitteltiefen oder tiefen Verfahren
  • vorausgegangenen Eingriffen im Behandlungsgebiet

Auch Schwangerschaft und Stillzeit spielen bei der Auswahl bestimmter Wirkstoffe eine Rolle. Hier sollte nicht pauschalisiert, sondern der konkrete Wirkstoff beurteilt werden.

Und auch zum Thema Isotretinoin hat sich in den vergangenen Jahren einiges geändert: Die alte starre Regel, nach einer Isotretinoin-Therapie müsse jede Form von Peeling grundsätzlich sechs Monate warten, lässt sich für oberflächliche Peelings anhand der heutigen Daten so pauschal nicht mehr halten (Waldman et al. 2017).

Bei einem medizinischen Peeling gehört deshalb eine vernünftige Anamnese vorher einfach dazu.

Kann man zu viel peelen?

Oh ja.

Es gibt Haut, die wird gereinigt, gepeelt, mit Säure behandelt, wieder gereinigt, mit Retinol behandelt und am nächsten Morgen erneut gepeelt – und anschließend wundert man sich darüber, dass sie brennt.

Auch Haut hat Grenzen.

Zu viel Exfoliation kann diversen Problemen führen:

  • Rötung
  • Brennen
  • Trockenheit
  • Schuppung
  • erhöhter Empfindlichkeit
  • Barrierestörungen
  • Ekzemen
  • und Pigmentverschiebungen

Wer nach seiner Hautpflege dauerhaft aussieht, als hätte er einen leichten Sonnenbrand, hat wahrscheinlich nicht den begehrten „Glow“ erreicht.

Dann ist möglicherweise einfach die Haut gereizt.

Braucht gesunde Haut überhaupt ein Peeling?

Nein.

Das möchte ich an dieser Stelle noch einmal ausdrücklich sagen.

Unsere Hornschicht erneuert sich kontinuierlich von selbst. Alte Hornzellen werden abgestoßen und durch neue ersetzt.

Eine gesunde Haut muss nicht gepeelt werden, um zu funktionieren.

Wer gelegentlich ein sanftes Peeling benutzt, weil sich die Haut danach schön glatt anfühlt: völlig in Ordnung.

Das ist dann aber eher Kosmetik und Wohlbefinden als medizinische Notwendigkeit.

Und das darf Kosmetik ja durchaus sein.

Man muss ihr nur nicht mehr Fähigkeiten zuschreiben, als sie tatsächlich besitzt.

FAZIT Peeling

  • Ein Peeling entfernt beziehungsweise schädigt kontrolliert oberflächliche Hautstrukturen und kann dadurch Regenerationsprozesse anstoßen.
  • Gesunde Haut braucht grundsätzlich kein regelmäßiges Peeling.
  • Mechanische Peelings können oberflächliche Hornschüppchen entfernen und die Haut kurzfristig glatter machen.
  • „Porentief reinigen“ kann ein normales Peeling nicht.
  • Oberflächliche chemische Peelings können unter anderem bei Akne, Pigmentstörungen und bestimmten lichtbedingten Hautveränderungen sinnvoll sein.
  • Medizinische Peelings können auch feine Falten und oberflächliche Narben verbessern.
  • Je tiefer das Peeling, desto größer können Effekt – aber auch Ausfallzeit und Komplikationsrisiko – sein.
  • Dunklere Hauttypen sind keine grundsätzliche Kontraindikation, benötigen aber besondere Vorsicht wegen des höheren Risikos für Pigmentverschiebungen.
  • Nach einem medizinischen Peeling ist konsequenter Sonnenschutz Pflicht.
  • Hoch konzentrierte Säuren und tiefe Peelings gehören nicht ins Badezimmer.
  • Und wie so häufig bei Hautpflege gilt auch hier: Mehr ist nicht automatisch besser.

Medizinisch aktualisiert: September 2026
Autorin: Prof. Dr. med. Maria Gaiser, Fachärztin für Dermatologie

Quellen

Kontochristopoulos G, Platsidaki E. Chemical peels in active acne and acne scars. Clin Dermatol. 2017;35:179–182.

Kontochristopoulos G, Platsidaki E. Update on Chemical Peels. Dermatol Clin. 2024;42:33–38.

Haddad A et al. Histologic Changes After Chemical Peeling: A Clinical Review. Dermatol Surg. 2026.

Waldman A et al. ASDS Guidelines Task Force: Consensus Recommendations Regarding the Safety of Lasers, Dermabrasion, Chemical Peels, Energy Devices, and Skin Surgery During and After Isotretinoin Use. Dermatol Surg. 2017;43:1249–1262.

Sarkar R, Lakhani R. Chemical Peels for Melasma: A Systematic Review. Dermatol Surg. 2024;50:656–661.