Pilzsporen finden sich eigentlich überall, eine Infektion der Haut findet jedoch nur unter bestimmten Voraussetzungen statt.
In den kalten Wintermonaten sind die Füße oft den ganzen Tag gut eingepackt in dicke Strümpfe und Schuhe. In der warmen Jahreszeit schwitzen wir dafür vermehrt an den Füßen. Unabhängig von der Jahreszeit herrschen somit eigentlich immer wieder feucht-warme Verhältnisse an den Füßen – der ideale Brutplatz für Pilze.
Zunächst bemerkt man meistens gar nichts von der Infektion.
Denn Hand aufs Herz: Wer schaut sich schon täglich in die Zehenzwischenräume?
Die häufigste Stelle ist übrigens der Zwischenraum zwischen dem 4. und 5. Zeh, da diese beiden Zehen bei vielen Menschen besonders eng aufeinanderliegen. Hier ist die Belüftung schlechter, das Klima feuchter und Pilze haben ein leichtes Spiel. Typisch sind aufgeweichte, weißliche oder schuppende Haut, kleine Einrisse, Rötung sowie Juckreiz oder Brennen. DermNet®
Es lohnt sich daher durchaus, zwischendurch mal einen Blick auf die Füße zu werfen …

Foto: Hier hat sich tatsächlich ein Hautpilz breitgemacht. Gut erkennbar an der Rötung und Schuppung. Meistens besteht parallel dazu Juckreiz und/oder Brennen.
Ist Fußpilz immer zwischen den Zehen?
Nein.
Die klassische Form des Fußpilzes – medizinisch Tinea pedis – sitzt tatsächlich bevorzugt zwischen den Zehen, insbesondere zwischen dem 4. und 5. Zeh. Fußpilz kann aber auch ganz anders aussehen.
Manchmal schuppt die gesamte Fußsohle bis über die seitlichen Fußränder. Das nennt man wegen des Verteilungsmusters Mokassin-Typ. Es sieht dann ein bisschen so aus, als trüge man einen unsichtbaren, leider schuppenden Mokassin.
Eine andere Variante macht kleine Bläschen, insbesondere am Fußgewölbe oder an den seitlichen Fußrändern. Und genau hier beginnt das Problem:
Nicht alles, was am Fuß schuppt und juckt, ist ein Pilz.
Auch ein Ekzem, eine Kontaktallergie, Psoriasis oder eine bakterielle Infektion kann ganz ähnlich aussehen. Gerade bei wiederkehrenden oder therapieresistenten Veränderungen lohnt es sich deshalb, die Diagnose tatsächlich zu sichern – beispielsweise durch Hautschuppen, die mikroskopisch beziehungsweise mykologisch untersucht werden. DermNet®
Einfach drei verschiedene Pilzcremes nacheinander auf jedes schuppende Füßchen zu schmieren und daraus bei ausbleibendem Erfolg auf einen besonders bösartigen Pilz zu schließen, ist diagnostisch eher mäßig elegant.
Woher kommt Fußpilz?
Fußpilz wird meistens durch sogenannte Dermatophyten verursacht. Das sind Pilze, die Keratin lieben – also genau das Material, das sich unter anderem in unserer Hornschicht und unseren Nägeln findet.
Typische Erreger sind beispielsweise Trichophyton rubrum oder Trichophyton interdigitale. DermNet®
Die Übertragung erfolgt über infektiöse Hautschuppen. Entsprechend bieten sich Orte an, an denen viele Menschen barfuß unterwegs sind: Schwimmbäder, Gemeinschaftsduschen, Umkleidekabinen oder Hotelzimmer gehören zu den üblichen Verdächtigen.
Allerdings muss man nach dem Betreten eines Schwimmbades nun nicht hysterisch die Füße desinfizieren.
Ob aus einem Pilzkontakt tatsächlich eine Infektion wird, hängt auch davon ab, wie wohl sich der Pilz anschließend bei uns fühlt. Feuchtigkeit, starkes Schwitzen, enge beziehungsweise wenig atmungsaktive Schuhe und kleine Schäden der Hautbarriere machen es ihm leichter. Saubere und vor allem trockene Zehenzwischenräume dagegen eher weniger. CDC
Ist Fußpilz ansteckend?
Ja.
Infizierte Hautschuppen können Pilze weitergeben. Deshalb sollte man Handtücher, Socken und Schuhe nicht unbedingt innerhalb der ganzen Familie rotieren lassen.
Andererseits ist Fußpilz auch keine hochansteckende Seuche, bei der nach einem barfüßigen Gang durchs Badezimmer unverzüglich die Wohnung dekontaminiert werden muss.
Ein bisschen gesunder Menschenverstand reicht meistens:
Eigene Handtücher benutzen, Füße nach dem Duschen gut abtrocknen, Socken regelmäßig wechseln und in Gemeinschaftsduschen Badeschuhe tragen. DermNet®
WAS TUN?
Fußpilz sollte behandelt werden.
Nicht, weil ein wenig Schuppung zwischen den Zehen unmittelbar lebensbedrohlich wäre, sondern weil er unangenehm ist, sich weiter ausbreiten kann und die geschädigte Hautbarriere Eintrittspforten für Bakterien bietet.
Gerade bei Menschen mit Diabetes mellitus, Durchblutungsstörungen oder einem geschwächten Immunsystem sollte man Veränderungen an den Füßen nicht über längere Zeit ignorieren. Bei Diabetes können auch zunächst kleine Hautprobleme am Fuß erheblich relevanter werden. CDC
Welche Creme hilft gegen Fußpilz?
Bei einem begrenzten Fußpilz reicht in den meisten Fällen eine lokale Behandlung mit einem Antipilzmittel, also einem topischen Antimykotikum.
Dazu gehören beispielsweise:
Terbinafin, Clotrimazol, Bifonazol, Miconazol oder Ciclopirox.
Und hier korrigiere ich eine beliebte Pauschalregel gleich mit:
Es gibt nicht die eine Anwendung „zweimal täglich für zwei Wochen und danach sicherheitshalber noch einmal zwei Wochen“, die für sämtliche Pilzmittel gilt.
Das hängt vom Wirkstoff und vom jeweiligen Präparat ab.
Terbinafin wird bei einer unkomplizierten Tinea pedis häufig nur etwa ein bis zwei Wochen angewendet. Azol-Antimykotika benötigen je nach Präparat und Befund häufig eine längere Behandlungszeit von mehreren Wochen. Entscheidend ist deshalb tatsächlich die Fach- beziehungsweise Gebrauchsinformation des verwendeten Präparates. DermNet®
Die Erkenntnis ist wenig spektakulär, aber praktisch:
Die Creme funktioniert nur, wenn man sie auch lange genug benutzt.
Drei Tage schmieren, feststellen, dass es schon viel besser aussieht, Tube wieder in den Badezimmerschrank legen und sich zwei Wochen später über den erneut auftauchenden Pilz wundern, ist ein relativ zuverlässiges Verfahren zur Verlängerung der Bekanntschaft.
Muss ich die Creme nur auf die sichtbare Stelle schmieren?
Nicht punktgenau auf die letzte sichtbare Schuppe.
Das Antimykotikum sollte entsprechend der jeweiligen Präparateanleitung auch auf die unmittelbar angrenzende Haut aufgetragen werden. Vorher die Füße waschen beziehungsweise reinigen und anschließend insbesondere zwischen den Zehen gut trocknen.
Und bitte nicht mit demselben Handtuch erst liebevoll die befallenen Zehenzwischenräume trocknen und anschließend den Rest der Familie.
Muss man Socken bei 60 Grad waschen?
Ganz so schwarz-weiß muss man es nicht formulieren.
Pilzsporen können in Textilien überleben, weshalb Socken, Handtücher und Badematten regelmäßig gewechselt und möglichst hygienisch gewaschen werden sollten. 60 °C sind sinnvoll, sofern das Material diese Temperatur verträgt. Auch dermatologische Empfehlungen nennen für entsprechende Textilien eine Heißwäsche bei mindestens 60 °C. DermNet®
Das heißt aber nicht, dass man nach einem Fußpilz sämtliche empfindlichen Kleidungsstücke entweder kochen oder verbrennen muss.
Vor allem sollten getragene Socken nicht tagelang feucht herumliegen, und Handtücher sollten nicht geteilt werden.
Und die Schuhe?
Auch hier gilt vor allem: trocken halten.
Schuhe möglichst vollständig austrocknen lassen und nicht jeden Tag dasselbe feuchte Paar tragen. Bei wiederkehrendem Fußpilz kann zusätzlich ein für Schuhe geeignetes antimykotisches beziehungsweise desinfizierendes Produkt sinnvoll sein. DermNet®
Meine frühere Empfehlung, Badeschlappen gegebenenfalls in die Spülmaschine zu stecken, würde ich heute übrigens nicht mehr unbedingt zum zentralen Bestandteil eines dermatologischen Therapieplans machen.
Die Waschmaschine – sofern das Material dafür geeignet ist – beziehungsweise eine normale gründliche Reinigung erscheint mir wesentlich weniger abenteuerlich.
Geschirr und Fußpilz müssen sich nicht unbedingt ein Haushaltsgerät teilen.
Soll man Fußpilz einfach abwarten?
Kann man machen.
Muss man aber nicht unbedingt empfehlen.
Bei einem Teil der Betroffenen kann sich eine milde Infektion sicherlich auch wieder zurückbilden. Gleichzeitig sind lokale Antimykotika unkompliziert, gut verfügbar und meist sehr wirksam. Bei nachgewiesenem beziehungsweise klinisch typischem Fußpilz spricht deshalb wenig dafür, den Pilz über Wochen in Ruhe beim Wohnen zwischen den Zehen zu beobachten.
Außerdem kann eine unbehandelte Tinea pedis weiter bestehen, immer wieder aufflammen oder andere Bereiche befallen.
Insbesondere die Fußnägel sind dabei interessant.
Was haben die Fußnägel damit zu tun?
Sehr viel.
Fußpilz und Nagelpilz treten gerne gemeinsam auf. Ein unbehandelter infizierter Nagel kann dabei gewissermaßen als Pilzreservoir dienen und die Haut immer wieder neu besiedeln.
Wenn der Fußpilz trotz korrekter Behandlung ständig zurückkommt, lohnt sich deshalb ein Blick auf die Nägel.
Verdickte, gelbliche, bröckelige oder vom Nagelbett abgehobene Nägel können Zeichen einer Onychomykose sein – müssen es aber nicht zwangsläufig sein. Auch hier kann eine mykologische Untersuchung sinnvoll sein. DermNet®
Und nein: Eine Creme, die wunderbar gegen Fußpilz wirkt, behandelt einen ausgeprägten Nagelpilz nicht automatisch gleich mit. Der Nagel ist eine völlig andere therapeutische Baustelle.
Wann reichen Cremes nicht?
Bei einer begrenzten Tinea pedis meistens.
Bei sehr ausgedehnten, stark verhornten oder hartnäckigen Befunden kann allerdings eine systemische Therapie mit Tabletten notwendig werden – beispielsweise mit Terbinafin oder Itraconazol. Das gehört dann in ärztliche Hand. DermNet®
Bevor man über Wochen Tabletten gegen einen vermeintlichen Pilz einnimmt, wäre es außerdem ausgesprochen charmant, vorher sicherzustellen, dass tatsächlich ein Pilz vorhanden ist.
Warum kommt Fußpilz immer wieder?
Weil die Behandlung der Haut allein manchmal nur die halbe Geschichte ist.
Mögliche Gründe sind:
- Die Therapie wurde zu früh beendet.
- Die Zehenzwischenräume bleiben ständig feucht.
- Schuhe trocknen nicht ausreichend.
- Gleichzeitig besteht ein unbehandelter Nagelpilz.
- Andere Familienmitglieder haben ebenfalls eine Pilzinfektion.
- Oder – ebenfalls möglich – es war von Anfang an gar kein Fußpilz.
Gerade der letzte Punkt wird erstaunlich häufig vergessen. Wenn eine vermeintliche Tinea pedis trotz korrekt durchgeführter Therapie nicht verschwindet, sollte man nicht zwangsläufig immer stärkere Pilzmittel ausprobieren, sondern irgendwann die Diagnose hinterfragen.
Kortison drauf?
Bitte nicht einfach auf Verdacht.
Kortison kann Rötung und Juckreiz schnell bessern und damit zunächst den Eindruck erwecken, das Problem sei gelöst. Bei einer Pilzinfektion kann eine alleinige Kortisontherapie den Befund jedoch verschleiern und die Infektion weiterbestehen lassen.
Es gibt Situationen, in denen bei stark entzündlichen Pilzinfektionen kurzfristig eine Kombination sinnvoll sein kann. Das ist aber etwas anderes als:
„Es juckt, also nehme ich mal die alte Kortisoncreme aus dem Badezimmerschrank.“
Wann sollte ich damit zum Arzt?
Ein typischer, kleiner Fußpilz zwischen den Zehen muss nicht zwangsläufig dermatologisch vorgestellt werden.
Ärztlich anschauen lassen würde ich ihn allerdings, wenn:
- die Diagnose unklar ist,
- die Behandlung nicht anschlägt,
- die Veränderungen sehr ausgedehnt sind,
- starke Schmerzen, Schwellung, Nässen oder Eiter auftreten,
- gleichzeitig die Nägel betroffen sind,
- die Infektion immer wiederkehrt,
- ein Diabetes mellitus, eine relevante Durchblutungsstörung oder Immunsuppression besteht,
- oder ein Kind betroffen ist und unklar ist, welches Präparat geeignet ist.
Gerade bei Kindern ist Fußpilz zwar möglich, aber insgesamt weniger typisch als bei Erwachsenen. Nicht jede rote, schuppende Kinderzehe braucht deshalb reflexartig eine Pilzcreme. DermNet®
Und wie verhindert man, dass er wiederkommt?
Eigentlich erstaunlich unspektakulär:
Füße waschen.
Zwischen den Zehen gut trocknen.
Socken regelmäßig wechseln.
Schuhe austrocknen lassen.
In Gemeinschaftsduschen und Umkleiden Badeschuhe tragen.
Handtücher und Schuhe nicht teilen.
Und gelegentlich tatsächlich mal zwischen den vierten und fünften Zeh schauen.
Denn wie schon eingangs erwähnt:
Wer schaut sich schon täglich in die Zehenzwischenräume?
Vielleicht ab jetzt ja doch ein bisschen häufiger.
FAZIT
- Fußpilz sitzt besonders häufig zwischen dem 4. und 5. Zeh.
- Typisch sind Schuppung, aufgeweichte Haut, Rötung, kleine Einrisse, Juckreiz oder Brennen.
- Nicht jede schuppende Hautveränderung am Fuß ist automatisch ein Pilz.
- Begrenzter Fußpilz lässt sich meist gut mit einer antimykotischen Creme behandeln.
- Wie oft und wie lange behandelt werden muss, hängt vom verwendeten Wirkstoff ab.
- Füße und insbesondere Zehenzwischenräume möglichst trocken halten.
- Socken und Handtücher regelmäßig wechseln und – sofern möglich – bei 60 °C waschen.
- Bei wiederkehrendem Fußpilz auch an einen Nagelpilz denken.
- Bei Diabetes, ausgedehnten Veränderungen oder erfolgloser Behandlung sollte man lieber einmal genauer hinschauen.
- Und vielleicht doch gelegentlich kontrollieren, was sich zwischen den kleinen Zehen so tut.
Medizinisch aktualisiert: September 2026
Autorin: Prof. Dr. med. Maria Gaiser, Fachärztin für Dermatologie
Quellen
DermNet. Tinea pedis (fungal foot infection). DermNet®
DermNet. Fungal skin infections – Tinea pedis. DermNet®
NHS. How and when to take or use terbinafine. nhs.uk
CDC. Symptoms of Ringworm und Foot Hygiene. CDC
