Melanom in der Schwangerschaft

Die Konstellation einer Schwangeren mit einer fortgeschrittenen malignen Erkrankung kommt glücklicherweise nicht sehr häufig vor, stellt jedoch eine herzzerreißende Herausforderung sowohl für die Familie als auch das behandelnde Team dar.

Die Erhebung verlässlicher Daten zur Abschätzung des individuellen Risikos für die Patientin und ihr ungeborenes Kind ist daher von unschätzbarem Wert.

Eine transplazentare Übertragung von Metastasen auf das ungeborene Kind ist selten. Das maligne Melanom gehört zu den am häufigsten über die Plazenta übertragenen metastasierenden Tumoren. Wenn dies passiert, ist der Ausgang für das Kind fast immer unvereinbar mit dem Überleben. Die Datenlage zu dieser Thematik ist jedoch sehr dünn und beruht teilweise noch auf Fallberichten aus dem 19. Jahrhundert.

In dieser multizentrischen retrospektiven Studie versuchen wir zu eruieren, wie hoch das Risiko für eine transplazentare Übertragung von Metastasen auf das ungeborene Kind bei Patientinnen mit fortgeschrittenem malignen Melanom tatsächlich ist.

Die folgenden Konstellationen wurden erfragt:

  1. Melanom im Stadium III/IV tumorfrei in der Nachsorge und Schwangerschaft
  2. Melanom im Stadium III/IV mit Progress während der Schwangerschaft bzw. Erstdiagnose Progress bis zu 12 Monate nach erfolgter Geburt
  3. Manifestes Melanom im Stadium III/IV während der Schwangerschaft

Das Ziel wäre eine Abschätzung des individuellen Risikos zur Entwicklung konkreter Leitlinien, die in einer so emotional belastenden Situation eine Hilfestellung für betroffene Mütter und ihre Kinder bieten können.

Stand der Dinge

Über 100 dermatologische Zentren in Deutschland wurden kontaktiert. Hiervon haben 82% eine Rückmeldung gegeben. Dies ist eine unglaublich hohe Zahl und spiegelt das Interesse an der Thematik wider. Die Mehrheit der Zentren konnte jedoch keine passenden Daten liefern, da die Konstellation glücklicherweise so selten auftritt. Dennoch haben 33 Zentren bislang passende Datensätze liefern können.

Mit Spannung wird die erste Datenauswertung erwartet, die bald abgeschlossen sein sollte.

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